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Stapellauf des Salz-Prahms in Berkenthin
Der Stapellauf des Salz-Prahms in Berkenthin am 26. September 2009 wird wohl in die Dorfgeschichte eingehen. Vielleicht wurden hier am Stecknitz-Kanal im Mittelalter schon einmal Schiffe vom Stapel gelassen, seit Jahrhunderten war dieser Stapellauf aber ganz gewiss der erste. Entsprechend große Aufmerksamkeit fand das Ereignis
selbst ein Team des NDR filmte, und der Bericht wurde abends im Schleswig-Holstein-Magazin gezeigt.
Der Salz-Prahm, den eine Gruppe von 15 Frauen und Männern in gut 1.100 Arbeitsstunden unentgeltlich in ihrer Freizeit gebaut hat, ist die Rekonstruktion eines Schiffs, wie es um das Jahr 1500 ausgesehen haben könnte. Deshalb wurde der Prahm auch wie im Mittelalter auf Rundhölzern, die immer wieder vorgelegt wurden, von der Werft in der Diele des Hofes Lausen rund 200 Meter bis zum Kanalufer geschoben.
Dort angekommen, begann die Feier mit einer Ansprache von Bürgermeister Hans-Joachim Speth, der die tolle Zusammenarbeit und das beispielhafte Engagement der Hobby-Bootsbauer lobte und auch allen dankte, die beim Bau des Schiffes mit Rat, Tat und finanzieller Unterstützung (Baugeschäft Meissner) geholfen haben. Besondere Erwähnung fanden dabei auch Gerald Vollstedt, der die Schiffsglocke gestiftet und der Künstler Jochen Beckmann, der sie bearbeitet und mit dem Schiffsnamen versehen hat.
Unter den vielen hundert Gästen waren die Bundestagsabgeordneten Gabriele Hiller-Ohm (SPD), Anke Eymer (CDU) und Dr. Christel Happach-Kasan (FDP), die sich bei ihren kurzen Ansprachen begeistert von dem Projekt zeigten und dem Schiff allzeit gute Fahrt wünschten. Ebenso lobte Pastor Runge die Gemeinschaft der Bootsbauer, die mit ihrer Arbeit gezeigt hätten, was man alles erreichen kann, wenn man zusammensteht.
Nach der Segnung des Prahms durch den Pastor taufte Gisela Bockholdt, die Vorsitzende des Kulturausschusses und Organisatorin des Festes am Kanal, das Schiff auf den Namen Maria-Magdalena. Der Schiffsname wurde ausgewählt, weil diese biblische Gestalt die Schutzheilige der Stecknitzfahrer war und die Namensgeberin der Berkenthiner Kirche ist.
Dann war es endlich soweit: Mutig bestieg der Bürgermeister den Prahm, der zu dem stimmungsvollen Gesang des Krummesser Shanty-Quartetts in das Wasser des Kanals glitt
und auch den letzten Skeptiker davon überzeugte, dass er ganz hervorragend schwimmt!
Text: Rolf-Peter Frischmann
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